Am Himmelfahrtswochenende rollten die Kabeltrommeln: Kabelbauübung Kabelblitz 2026

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Nach einem Unfall mit einer Baumaschine herrscht in Braunschweig Stromausfall. Sämtliche Netzwerke sind zusammengebrochen, es gibt keine Internetverbindung und keine Telefonie. Damit Hilfsorganisationen miteinander in Kontakt treten und Hilfe für die Bevölkerung ermöglichen können, baut die Fachgruppe Kommunikation des THW ein temporäres Kommunikationsnetz auf.

So lautete das fiktive, aber dennoch realistische Szenario, das als Grundlage für die Großübung „Kabelblitz“ vom 14.05. bis 17.05.2026 in Braunschweig diente. 40 Fachgruppen Kommunikation sind dazu aus ganz Deutschland angereist, um das Verlegen verschiedener Kabelarten zu üben. So konnten sie ihre Fähigkeiten im Aufbau temporärer Telefon- und Datennetze ausbauen, um im Einsatzfall handlungsfähig zu sein. 

Im Verlauf der Übung haben 350 ehrenamtliche Hilfskräfte rund 75 km Kabel verlegt, um 70 Standorte innerhalb Braunschweigs miteinander zu verbinden. Während am Freitag und am Samstagvormittag das Verlegen der Kabel im Fokus der Übung stand, wurde ab Samstagmittag zurückgebaut, um alles wieder so zu hinterlassen, wie es vorgefunden wurde. 

Die Fachgruppen waren in der gesamten Stadt anzutreffen, denn egal ob an Straßen, auf Feldwegen oder in der Nähe der Autobahn: Jede Einsatzstelle bringt ihre ganz eigenen Herausforderungen mit sich. So müssen die Kabel in jedem Fall sicher verlegt sein und dürfen nicht etwa am Boden über Wege verlaufen, wo sie eine Stolpergefahr darstellen. Im sogenannten Tiefbau (Verlegen am Boden) ist daher auf eine ausreichende Sicherung zu achten. Einsatzkräfte müssen Kabel – wo nötig – kennzeichnen bzw. am Wegesrand befestigen, um das Verrutschen zu verhindern.

Wo ein Weg gekreuzt werden muss, wurde der Hochbau geübt. Dabei haben die Fachgruppen die Kabel mithilfe von Drahtgabeln in einigen Metern Höhe gehoben und so über Wege hinweg gespannt, sodass der normale Durchgangsverkehr durch diese nicht beeinträchtigt wird. 

Die Übung wurde auch zum Anlass genommen, zwei Richtfunkmasten aufzubauen. Diese dienen dem Zweck, über weite Strecken kabellos eine Verbindung herzustellen, sodass die Kommunikation zwischen den verlegten Kabelnetzen über die Innenstadt hinweg sichergestellt werden konnte.

 

Führungsstellen koordinieren die Arbeit

Neun Monate Vorbereitungszeit steckten in der Großübung, die vor Ort auch während der Durchführung gut koordiniert werden musste. Um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen, wurde eine Führungsstelle am Raffteichbad errichtet. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte dokumentierten hier den Fortschritt der Übung, reagierten auf Probleme und Anfragen und beobachteten die Gesamtsituation.

Der Führungsstelle unterstanden drei Einsatzabschnittsleitungen (EAL). Diese teilten das Stadtgebiet unter sich in die Abschnitte Süd, Ost und West auf. Die EAL waren Hauptansprechpartner für die Fachgruppen vor Ort und kümmerten sich um deren Anliegen. 

 

Nur mit Unterstützung möglich

Wenn Hunderte Einsatzkräfte aktiv sind, müssen diese auch versorgt werden. Eine Übung im Ausmaß des Kabelblitz ist daher nur mit Unterstützung möglich. Entsprechend waren weitere 80 Helfende aus der näheren Umgebung und ganz Deutschland in der Logistik aktiv*: Sie hielten den Übenden den Rücken durch Aufbau und Betrieb von Versorgungs- und Hygieneeinrichtungen frei. Die Vorbereitungen dafür begannen bereits am Wochenende vor der Übung.

Am Logistikstützpunkt auf dem Gelände des Ortsverbandes Braunschweig kamen die Übenden dreimal täglich zusammen und wurden dort mit Frühstück, Mittag- und Abendessen verpflegt. Dafür waren die Kamerad/-innen vor Ort schon früh auf den Beinen, um das Frühstück vorzubereiten, und arbeiteten nach der letzten Mahlzeit des Tages noch spät in den Abend hinein.

Auch das Feldlager der Übenden wurde durch die Kolleg/-innen der Logistik versorgt: Ob Papier für die sanitären Anlagen, Sitzmöglichkeiten für die geselligen Abende oder Transportmöglichkeiten für die Fachbesucher – alle Anforderungen wurden am Logistikstützpunkt gesammelt und verarbeitet. 

Über das gesamte Wochenende hinweg wurden die ehrenamtlichen Kräfte unter anderem mit rund 3.960 Mahlzeiten, 4.200 Brötchen sowie 4.400 Liter Getränken versorgt.

 

Der Kabelblitz geht weiter

Der Kabelblitz fand inzwischen zum 10. Mal statt. 2015 wurde er in Braunschweig erstmals ausgerichtet und hat zwischenzeitlich unter anderen Bezeichnungen auch in Lehrte, Osterode, Stade und Rostock stattgefunden. Zu seiner 11. Durchführung im Jahr 2027 geht der Kabelblitz nach Oldenburg. Wir freuen uns darauf!

Wir bedanken uns für eine wunderbare gemeinsame Übung und sämtliche Unterstützung aller Kameradinnen und Kameraden aus ganz Deutschland und aus allen Hilfsorganisationen!

 

 

 

Weiterführende Links: 

www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/thw-uebung-wenn-festnetz-und-mobilfunk-ausfallen,hallonds-7492.html

 

*Der Logistikstützpunkt wurde durch den Zugtrupp, die Fachgruppe Räumen und die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung aus Braunschweig, den Technischen Zug Infrastruktur aus Helmstedt, die Fachgruppe Infrastruktur aus Uelzen und die Fachgruppe Elektroversorgung aus Magdeburg besetzt. Der Ortsverband Salzgitter, der Bevölkerungsschutz der Stadt Braunschweig und der Ortsverband Wolfsburg stellten zusätzliche Fahrplatten und MTW. Der Ortsverband Gifhorn war mit seinem 175-kVA-Aggregat und MTW vor Ort, der Ortsverband Schöningen ebenfalls mit MTW

In der Küche waren Helfende aus ganz Deutschland vom THW und dem Malteser Hilfsdienst vertreten.

Die Fachgruppe Elektroversorgung aus Sarstedt hat zudem das Feldlager mit Strom versorgt.

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